Diabets Typ1 und ketogene Ernährung

Eigene Erfahrungen und Statistiken

Diabets Typ1 und ketogene Ernährung

Beitragvon johnny » Freitag 16. April 2004, 23:29

Hallo Engel,

schön, dass Du wieder da bist. Ich finde Deine Werte schon sehr interessant, denn bis dato hatten wir eigentlich niemanden mit Diabetes 1 und LC-Erfahrung. Dass Du bereits jetzt so viel weniger Medikamente brauchst, finde ich einen ganz tollen Erfolg.

Bitte schreib weiter über Deine Erfahrungen!
Liebe Grüsse - Johnny
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Beitragvon Gaby » Samstag 17. April 2004, 02:29

Heißt Nopal-Kaktus - und findest du hier (bitte verdächtigt mich jetzt nicht, daß ich ein Fan von Herrn B. wäre :motz: )

http://www.info.co.at/hotele/bankhofer/0102.html
Gaby
 

Beitragvon Engel » Sonntag 18. April 2004, 21:10

:P
Hi zusammen,
hier der neuste Stand des Testobjekt's Diabetes Typ I mit ketogener Ernährung:
Super Leute, kann ich nur sagen. Echt super. Hatte keinen Wert mehr höher als 150. Muss mir zwar auch Insulin spritzen, aber nach neuester Übersicht lediglich nur noch 1/4 der vorherigen Gesamtmenge. Und das waren so an die 100 Einheiten/Tag.
Hatte heute einen Wert von 64, wo ich leicht flatterte. Habe mir ein wenig Wurst und Käse reinverleibt und hatte nach 1 Stunde den BZ auf 94. Sonst hatte ich immer richtige Fressanfälle bei solchen niedrigen BZ und habe Schoki ohne Ende gegessen. Dementsprechend war der BZ 1 Stunde später auf 300.
Also der Keto Streifen liegt bei mitte rosa. Habe kein Verlangen nach Süßem. Habe mir heute die Quarkwaffeln gemacht. Super Rezept, aber es war mir doch tatsächlich zu süß!!!!! :mjam:
Ich werde weiter unter der Rubrik "Erfahrungen" berichten, denn meine Vorstellung habe ich ja jetzt gegeben, oder?

Gabi und Sonne: Vielen Dank für Eure Hinweise. Werde nächste Woche mal in der APO nachfragen wegen Bestellung und so. Berichte weiter.

LG
Engel
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Beitragvon johnny » Sonntag 18. April 2004, 21:37

Engelchen,

das finde ich ganz toll! Bitte schreibe Deine Erfahrungen weiter auf. Das ist ganz wichtig für andere Typ 1-Diabetiker, die ja ärztlicherseits immer auf Broteinheiten gedrillt werden. Ich weiss das nur zu genau von unserer Sekretärin, auf die wir immer "aufgepasst" haben, weil der Blutzucker so schwankend war. Vor ihr weiss ich auch, dass ihr die Ärzte immer eine gewisse Anzahl von Broteinheiten aufgezwungen haben.

Momo oder Poet, findet Ihr nicht, dass das ein eigener Thread mit Überschrift in etwa "Diabetes 1 in Ketose" werden sollte? Sonst geht das womöglich unter.

Dein Wunsch ist mir Befehl :zuwink: DerPoet
Liebe Grüsse - Johnny
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Beitragvon Engel » Sonntag 18. April 2004, 22:18

Johnny,
finde ich toll Deine Idee. Werde mich gerne "opfern", um hier zu berichten und anderen Diabetikern Typ I Mut machen. Ich bin eh ein alter Hase auf dem Gebiet.
Mit 7 Jahren bekommen, immer einen HBAC Wert von über 10% (!!!) gehabt, also ganz ganz schlechte schwankende Werte, aber bis heute mit meinen 40 Jahren top gesund und auch gute (andere) Blutwerte. Meine Nieren sind zu 100% in Ordnung. Habe keinerlei Gefäßschäden.
Vor ca. 5 Jahren hat mir das Diabetes Institut ca. 30 Röhrchen Blut abgenommen und nach Amerika geschickt. Weil die unbedingt testen wollten, wieso ich noch keine Spätschäden habe. Ich scheine irgendetwas im Blut zu haben, womit die nicht klar kommen. Jedenfalls bin ich diesbezüglich schon ein Phänomen.
Ich würde zu gerne deren Gesichter sehen, wenn ich nun erzähle, wie ich mich ernähre und was das für Auswirkungen hat auf den Diabetes. Die kennen mich eh als "Querschiesser" dort, weil ich sehr jungen Anfängerärtzten dort immer ins Wort gequatscht habe. Weil die mir nicht glauben wollten. Und was ist passiert? Sie schickten mir die Studenten von der Uni auf's Zimmer, damit ich denen etwas erzählte. Also, wie schon erwähnt, bin gerne bereit, hier das "Versuchskaninchen" zu sein.
Keine Bange, ich kenne mich und meinen Körper so gut, dass ich manchmal schon Angst bekomme. Ich "fühle" meine BZ-Werte, ohne dass ich manchmal messen brauche. Sobald ich unter 80 bin, fange ich an, unruhig zu werden, so früh spüre ich eventuelle Unterzuckerungen. Selbst nach all den Jahren bin ich so sensibel mit meinen Nervempfindungen, dass mein Mann manchmal an Spuk glaubt!!!! :roll:

So, und nun eine Gute Nacht zusammen. :love:

LG Engel
Engel
 

Beitragvon johnny » Sonntag 18. April 2004, 22:31

Also, mit 7 Jahren Diabetes 1 zu bekommen, das ist ein "Hammer". Meine Zwei haben mit 18 bzw. mit 30 angefangen. Dass Du Deinen Körper genau kennst, das glaube ich Dir. Das hast Du in der Zwischenzeit gelernt. Auch glaube ich, dass Dir das Wort Disziplin nicht fremd ist ( :lol: ).
Mit den Ärzten haben "meine Zwei" auch immer Probleme. Alle Jungmedizinerln, frisch fertig, wollen ihr Pseudowissen anbringen. Ganz schlimm ist es dann, wenn man als Patient hilflos ist - wie es in einem Fall war. Die Freundin ist mit Herzinfarkt auf der Intensivstation gelegen und ein Jungschnukel hat ihre Basiseinstellung total durcheinander gebracht. Weiters war die Frau Doktor dann sehr beleidigt, als ihr meine Freundin verboten hat, mit einer Spritze auch nur in ihre Nähe zu kommen. Sie hat die Welt einfach nicht mehr verstanden. Und da kann ich mir schon vorstellen, dass man verzweifelt.
Drum finde ich es ganz toll, wenn Du hier Deine wahrlich einschlägigen Erfahrungen für alle anderen zur Verfügung stellst. :P
Liebe Grüsse - Johnny
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Beitragvon Engel » Sonntag 18. April 2004, 22:41

Jungschnuckel, mensch habe ich gerade gelacht. Ja, das ist das richtige Wort. Muss ich merken.

Bin mal gespannt, ob wirklich jetzt ein sep. Thread hier aufgemacht wird.

Einen schönen Wochenanfang.

Engel
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@ Engel

Beitragvon Siggi99330 » Montag 19. April 2004, 00:17

wieviel Basis-Insulin-Einheiten nimmst du denn pro Stunde oder pro Tag?
Tagesprofil?

MFG Siggi
Siggi99330
 

@Engel

Beitragvon Poet » Montag 19. April 2004, 08:58

Engel hat geschrieben:
Bin mal gespannt, ob wirklich jetzt ein sep. Thread hier aufgemacht wird.


Sicher doch!
Ich finde das wahnsinnig interessant, was Du zu berichten hast.
Es wird der kh- und MedikamentenLobby nicht gefallen, aber es ist
längst überfällig. :tops:

Dankesgrüße
DerPoet :P
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Beitragvon Engel » Montag 19. April 2004, 22:49

Hey, da ist ja mein sepap. Thread. Klasse!! Danke Leute. Vieleicht werden mal einige wachgerüttelt.

@Siggi:
ich brauchte heute über Tag z. B. genau 20 Insulineinheiten. Und der höchste Wert war einmal kurz 180, da ich auf der Arbeit nicht so schnell injizieren konnte. Für die Nacht habe ich vom Langzeitinsulin von 26 Einheiten auf 15 herunterschrauben können und habe einen Nüchternblutzucker von ca 100. Und das jetzt schon seit 1 Woche morgen. Das gab es in meinen 34 Jahren Diabetes noch nie!!!!! Und ich fühle mich super gut. Keine Zuckerschwankungen mehr. Keine Müdigkeitsattacken so wie vor 1 Woche noch. Ehrlich, echt klasse.
Abgenommen habe ich bisher so ca. 500 Gramm. Ist nicht viel, aber abwarten.
Habe eben einen weiteren Urin-Test gemacht, den sog. Combur-Test von Bayer. Daran erkennst Du auch, ob Du Eiweiss und Glucose im Urin ausscheidest. Alle Werte waren absolut negativ, also positiv!! (Hä? Ihr wisst schon, was ich meine). Das gab es auch noch nie. Selbst bei einem BZ von 150 hatte ich bisher immer Glucose im Urin. Also ich bin wirklich begeistert.
Ich berichte weiter.
LG
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Beitragvon Engel » Dienstag 20. April 2004, 00:02

...hab was vergessen:
:oops:
Also, ich messe ca. 8 x täglich meinen Blutzucker selbst. Das habe ich schon immer gemacht. Auch vor der Ernährungsumstellung jetzt.
Und ich spritze jetzt 20 Einheiten Insulin über den Tag verteilt, statt vorher ca. 100 , teilweise waren es noch mehr.
Super, ne?
LG
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Beitragvon Poet » Dienstag 20. April 2004, 06:27

Engel hat geschrieben:Und ich spritze jetzt 20 Einheiten Insulin über den Tag verteilt, statt vorher ca. 100 , teilweise waren es noch mehr.


:tops: :tops: :tops:
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Beitragvon Redschnecke » Dienstag 20. April 2004, 12:30

:tops: :tops: :tops:

Das finde ich ganz Klasse, wie gut es auch bei DM1 wirkt!

Langsam solltest Du mal einen Orden von Deiner Krankenkasse kriegen!

Liebe Grüße

Jutta
Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten hergeht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung. (R.Koch)
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Beitragvon Engel » Mittwoch 21. April 2004, 08:56

:winke:
Hallo,
ich habe jetzt die ersten 2 Arbeitstage in Ketose hinter mich gebracht und an der Anmeldung einer großen Tierarztpraxis mit 4 Tierärzten kann echt was los sein. Also es war auf gut Deutsch Stress pur. Gestern waren es mal eben 12,5 Stunden am Stück, mit 15 Min Pause.
Habe mir zwischendurch immer mal wieder einen Pfefferbeisser gegessen, ich glaube insges. waren es so 7 Stück, Mittags einen kleinen Gurkensalat mit Sahnedressing. Abends hatte ich dann kaum noch Hunger, ich hatte einen Blutzuckerwert von 88. Mit dem bin ich dann ins Bett gegangen. Und jetzt kommt es: Statt der 26 Einheiten für die Nacht von dem Langzeitinsulin brauchte ich ja die letzten Tage auch nur noch ca. 15 Einheiten. Aber gestern abend spritzte ich sage und schreibe nur 6 Einheiten. Und wie war der Wert heute morgen? 135!!!!! Sagenhaft.

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: ich bin, seit ich in Ketose bin, viel energiegeladener als vorher. Sonst war ich über Tag bei so einem Stress immer ziemlich müde und zog mir Schoki in Unmengen rein. Jetzt brauche ich das gar nicht mehr. Kann ich fast gar nicht glauben.

Okay, muss jetzt zum Zahnartzt, zum Zahnziehen!!! :-(

Und vielen Dank Euch allen für Eure Unterstützung und für den Mut, den Ihr mir macht.

LG Engel
Engel
 

Beitragvon Poet » Mittwoch 21. April 2004, 09:23

Engel hat geschrieben: Okay, muss jetzt zum Zahnartzt, zum Zahnziehen!!! :-(



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